Kirschenwanderung

Ende Juni Anfang Juli macht der Kirschenweg seinem Namen alle Ehre. Nicht nur dass die Bäume voller hell und dunkelroter Früchte hängen, die Bauern verkaufen ihre Ernte auch frisch gepflückt direkt am Wegesrand.

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Von Wannbach über den Dietrichstein zum Keller

49°44'45''N 11°12'34''E
Wir starten in Wannbach, wo wir direkt an der Trubach auf dem geteerten Platz mit Basketballkorb parken.

Als wir ostwärts die Hauptstraße überqueren, und den schmalen Fahrweg bergauf nehmen, kommen wir an alten Rüben- und Kartoffelkellern vorbei. Im Gegensatz zu den Bierkellern fehlen hier die Bänke und Tische für das Feierabendbier. Durch kühlen Wald erklimmen wir den Alprand und halten uns auf dem schmalen Sträßchen links bis rechts der Weg zum Dietrichstein abgeht.

Vor tausend Jahren vom Geschlecht der Wolf als Fliehburg erbaut, erkennt man noch den Graben, der den Felssporn von der Waldfläche trennt. Gegenüber führen Reste einer schmalen Steintreppe am Bergfried vorbei zum Aussichtspunkt. Der Ausblick über Pretzfeld hinweg (dort hatten die Herren vom Dietrichstein ihr Wohnschloß) bis hin zur Vexierkapelle ist fantastisch!

Wer wie wir für ein halbes Stündchen auf der Bank rastet, wird den Lauf der Zeiten in seiner Seele spüren: Vor Millionen von Jahren ein Korallenriff im tropischen Meer, vor zehntausend Jahren am Rand der Gletscherzone der letzten Eiszeit, vor mehr als dreitausend Jahren Jagdgebiet der Kelten vom Walberla, vor tausend Jahren noch Grenzgebiet zu slawischen Völkern, vor fünfhundert Jahren Asyl für jüdische Gemeinden, die aus den Städten ausgewiesen wurden und seit der Romantik Ort der Inspiration.

49°45'37''N 11°10'58''E
Genug geträumt, wir haben Hunger und die Pretzfelder Keller warten mit Knöchla und Gigerl vom Spieß oder Schaschlik und Brotzeit. Auskunft Wolfgang Römer Tel. 09199-216

Pretzfeld und seine Rokokokirche St.Kilian

In Pretzfeld lohnt die 1762 vollendete Rokokokirche eine kurze Besinnung. Zu verdanken ist dieses Kleinod schlichten Pfusch am Bau. Der Einsturz des um ein Stockwerk erhöhten Turmes zerstörte die alte Kirche komplett. Der Schadenersatzprozess gegen den Bauleiter Kuchel dauerte mehr als zwanzig Jahre und endete mit einem Vergleich.

Auch wenn es keine Beweise dafür gibt, wurde die erste Kirche schon zu Zeiten Karls des Großen zur Bekehrung der slawischen Wenden gebaut. Der Würzburger Bischof zu St.Kilian hatte dazu einen kaiserlichen Auftrag. Heute kann Pfarrer Marcus Wolf in einem Kleinod Gottesdienst halten, das ebenfalls dem heiligen St. Kilian geweiht wurde.

Wir halten uns westlich der Trubach und wandern über Hagenbach zurück nach Wannbach. Man kann sich kaum vorstellen, dass hier vor zwei Wochen ein Starkregen alles unter Wasser gesetzt hatte. Wer jetzt durstig und hungrig ist oder übernachten möchte, ist im Gasthaus Mühlhäuser in Wannbach gut aufgehoben.

Wanderkarte

Inhalt zur Verfügung gestellt von outdooractive – Europas größter Outdoor-Plattform.Zum Download >

Weitere Informationen beim Fränkische-Schweiz-Verein Pretzfeld. Auskunft zur Entehung des Kalktuffs, an dem wir zu Beginn unserer Wanderung hochsteigen, gibt folgende Schautafel:
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